Mehr Welten und der Liebster Best Blog Award

Eigentlich hatte sich Mehr Welten schon in den wohlverdienten Frühruhestand verabschiedet, da trifft uns plötzlich der Blogstock. Das allein wäre ja schon aufregend genug – aber nein: Nicht nur sind es gleich zwei Stöcke zum Preis von einem. Es handelt sich auch noch – apropos Preis – und gleich zwei Awards: den Best Blog Award und den Liebster Blog Award. Hui!

Der Werfer, mein Vorredner Fabian, hielt es bei so viel Ehre allerdings für eine gute Idee, die Stöcke zu vereinen und somit den Liebster Best Blog Award zu generieren. Zugegeben: Man könnte jetzt von einer künstlichen Engstelle sprechen, sie gar als willkürlich bezeichnen. Und sicherlich ist diese Engstelle nicht im Sinne der ursprünglichen Award-Verleiher. Aber das Leben ist schon kompliziert genug und die Ehre wird nicht geringer, bloß weil es jetzt zehn neue Fragen gibt und das komplexe Regelwerk auf eine geschrumpft ist.

Mehr Welten wirft also vorübergehend die Rentenkrücken beiseite, hüpft bauchgepinselt im Kreis und beantwortet hier und jetzt zumindest mal ein Drittel aller Fragen, die auf uns eingestürzt sind.

Fragen mit Antworten für den Liebster Best Blog Award

1. Sollte das Leben einen Sinn haben?

Ja. Hätte was.

2. Kann ein grottenschlechtes Ende einen brillanten Film total versauen? Oder wird dadurch nur ein mittelmäßiger Film daraus?

Ein Ende macht noch lange keinen Film: Der Film bleibt brillant, das Ende grottenschlecht.

3. Erzähle mir ein dunkles Geheimnis: Was ist dein Guilty Pleasure? Welche Schnulze, welche Schlagerband, welches Trashgame, welcher Mockbuster ist eigentlich furchtbar grottig, aber du kommst einfach nicht davon weg?

Ich litt lange Jahre unter dem »Careless Whisper«-Syndrom. Es ist schlimm für eine, die auf tiefergestimmte, verzerrte Gitarren und Metalgesang steht, zuzugeben, dass dieser Wham-Weichspüler eine nicht zu leugnende Faszination ausgeübt hat. Immerhin scheint das Problem mittlerweile überwunden: Jetzt musste ich sogar nachschauen, wie der Song nochmal genau hieß – und als ich das herausgefunden hatte, hatte ich ihn nicht sofort im Ohr. Dafür läuft da jetzt »Last Christmas« in heavy rotation – oh Graus!

4. Was ist vorzuziehen – die Zombiekalypse oder die Vampirokratie? Bei ersterer zerstören hirnlose Untote die Zivilisation, bei zweiterer unterjochen schlaue Untote die Menschheit.

Ganz klar: die Vampirokratie. Ohne Expertin in diesem zugegebenermaßen äußerst diffizilen Spezialgebiet zu sein, glaube ich doch zu wissen, dass Blutsaugen etwas sehr Erotisches anhaftet. Im Gegensatz zu Zombies haben sie zusätzlich zum Untotsein also noch was zu bieten. Und wenn ich dann auch noch der Hollywood-Fabrik Glauben schenke, scheinen Vampire eine äußerliche Attraktivität zu besitzen, während diese verwest-zerfledderten Zombies doch reichlich hässlich sind.

Insgesamt denke ich, dass diese Frage auf jeden Fall noch in die Geschichte der Blogstöcke eingehen wird…

5. Hast du ein absolutes Lieblingsspiel (digital oder analog oder beides)? Wenn ja, welches? Warum?

Absolutes Lieblingsspiel: eher nein. Die Spiele, die ich gerne spiele, sind auf jeden Fall analog, reichlich old school und weisen eine gute Mischung aus Strategie und Glück auf: »Siedler von Catan« zum Beispiel und »Carcassonne«. Ersteres in seiner ursprünglichen Version, letzteres mit ausgesuchten Komponenten der Erweiterungen. Ich mag aber auch die sehr einfachen Spiele, die man auch im Zustand geistiger Umnachtung spielen kann: »Uno Extreme« zum Beispiel, das in gewissen Kreise nur »Spuck-Uno« genannt wurde.

6. Was ist die beste Mahlzeit an einem eiskalten Winterabend?

Heiße Gemüsesuppe.

7. Kannst du aus dem Stehgreif dichten? (Mit der Bitte um ein paar Zeilen)

Auf der Weide liegt ein Fladen
auf der Kippe ein Gerippe.
Wurden einfach abgeladen,
für ewig, so ich tippe.

8. Wie ist das mit dem Social Media bei dir – Schweres Suchtverhalten, pure Ablehnung oder dazwischen? Warum?

Irgendwas dazwischen. Twitter zum Beispiel kann der Recherche ebenso dienen wie der Ideenfindung. Und bei Großereignissen wie zum Beispiel Weltmeisterschaften bietet Twitter ein zusätzliches Amüsement, bei dem ich mich frage, wie ich zuvor ohne auskommen konnte. Selbst twittere ich auch gerne, fühle mich aber nicht dazu berufen, dies täglich zu tun.

9. Machen Haustiere glücklich?

Wenn es Katzen sind, auf jeden Fall.

10. Und sonst?

Muss ja.

Dieses Stöckchen geht raus an an Jasmin Jodlauk, Brigitte Glatzel und an Janine Kandelbinder. An letztere für ein Blog, das sie noch gar nicht hat, aber unbedingt haben sollte – vorübergehend kann sie ja ihre Facebook-Seite benutzen und die Fragen auf Finnisch beantworten (hehe).

Nicht vergessen wollen wir dabei aber all das, was die Awards ursprünglich mal ausgemacht hat:

Die Regeln (Liebster Blog Award) – kam zu Fabian von Rabenmaul

  1. Schreibe einen Post mit diesem Award, füge das Awardbild ein und verlinke die Person, die dir diesen Award verliehen hat.
  2. Beantworte die 10 Fragen.
  3. Denke dir weitere 10 Fragen aus.
  4. Tagge (also nominiere) 10 Blogger, die unter 200 Leser haben (manche schreiben auch unter 1000 Leser, also ist es wohl jedem überlassen, wen du nominierst.)
  5. Sage den Bloggern, die du nominiert hast, dass sie einen Award bekommen haben und somit getaggt wurden.

Die Regeln (Best Blog Award) – kam zu Fabian von Illustrantin

  1. Es gibt keine Regeln. Und falls Ihr doch welche brauchen solltet, nehmt diese hier:
  2. Einfach einen Post zum Thema verfassen, das Bildchen vom Award einfügen und mit demjenigen verlinken, der ihn dir verliehen hat.
  3. Elf Fragen beantworten.
  4. Weitere (10) Bloggerinnen oder Blogger taggen und elf Fragen stellen.

Die Regeln (Liebster Best Blog Award) – kam von Fabian

  1. Es kann ein beliebiges Regelset von oben ausgewählt oder ein neues erstellt werden.

Mehr Welten Tipp in Sachen Regeln:

Bei nunmehr insgesamt 31 Fragen und 10 Regeln kann ich euch nur raten: Macht, was ihr wollt!

Hier noch die ursprünglichen Fragen der beiden Awards:

Liebster Blog Award

  1. liebster_blogMit welcher fiktiven Person (Roman, Rollenspiel, Film etc.) würdest du gerne tauschen und warum?
  2. Welcher fiktiven Person würdest du gerne persönlich aufs Maul hauen und warum?
  3. Mit welcher realen Person (Politik, Sport, Geldadel etc.; es sollte vielleicht nicht unbedingt dein Nachbar sein, da der dem gemeinen Leser nur dann etwas sagen würde, wenn es Harrison Ford o. ä. wäre) würdest du gerne tauschen und warum?
  4. Welcher realen Person (auch hier nicht unbedingt dein Nachbar, falls der unwahrscheinliche Fall eintritt, dass er Kickboxer ist und mitliest) würdest du gerne aufs Maul hauen und warum?
  5. Welchen Film/welches Buch/welches Spiel o. ä. würdest du zum Zeitpunkt der Entstehung gerne umschreiben, weil es dich trotz Potenzial enttäuscht hat o. ä.?
  6. Wenn du das nötige Kleingeld hättest: welchen Film/welches Buch/welches Spiel o. ä. würdest du verwirklichen wollen?
  7. Kinonerdfrage Nr. I: Star Wars Episode 7 steht in den Startlöchern; freust du dich oder fürchtest du dich vor einem Episode I-Debakel?
  8. Kinonerdfrage Nr. II: Mit Batman vs. Superman: Dawn of Justice nimmt das cinematische Universum von DC Fahrt auf oder versucht man zu schnell zu viel, um den Anschluss an Marvel herzustellen?
  9. Welche Frage hättest du gerne, dass man sie dir stellt und wie lautete die Antwort darauf?
  10. Welche Frage sollte man dir besser nicht stellen – z. B. Welcher ist dein Lieblingsweltkrieg o. ä.?

Best Blog Award

  1. bestblogawardWie könnte dieser Reim enden? “Auf der Weide liegt ein Fladen, …”
  2. Wie sieht Dein bester Feierabend aus?
  3. Welches Spiel hast Du als Kind am liebsten gespielt?
  4. Was ist Dein nächstes Ziel?
  5. Welchen Stellenwert hat die Kunst für Dich?
  6. Wie wichtig ist für Dich der Unterschied zwischen U und E?
  7. Bist Du immer erreichbar, oder tauchst Du manchmal unter?
  8. Selbstvermarktung – Lust oder Last?
  9. Gibst Du gerne Antworten?
  10. Über welche Themen schreibst Du in Deinem Blog?
  11. Welche Frage wolltest Du schon immer gerne öffentlich beantworten?

Mehr Welten backt für Ostern:
Möhrenkuchen frei nach Cosy

Ostern steht vor der Tür – Zeit, mal wieder einen Möhrenkuchen zu backen, dessen Rezept mindestens so alt ist wie meine kleine Lebensbegleiterin. Tatsächlich handelt es sich um ein altes kanadisches Familienrezept, mit dem einst unsere Mitbewohnerin Céline die WG erfreute. Über die Jahre hinweg, die seitdem vergangen sind, hat die alte Häsin ein paar Modifikationen vorgenommen, und die stellt sie Mehr Welten nun großzügig zur Verfügung.

Möhrenkuchen Rezept, frei nach Cosy

Möhrenkuchen frei nach Cosy

3 Tassen geriebene Möhren
3 Tassen Mehl, 3 gehäufte Teelöffel Backpulver, 1 Prise Salz
1½ Tassen braunen Zucker, 1 Tütchen Vanillezucker
1 Tasse Öl
½ Tasse gemahlene Nüsse
4 Eier
1 Packung Frischkäse, 1 Teelöffel Milch, Puderzucker

Eier mit dem Handmixer verrühren, Zucker, Vanillezucker und Möhren dazugeben. Mehl, Backpulver und Salz vermengen und zusammen mit dem Öl unterkneten. Zuletzt die Nüsse hinzugeben. Backform einfetten, Teigmasse hineingeben und 1 Stunde bei 150-175 Grad backen.
Zuckerguss aus einer Packung Frischkäse, der Milch und dem Puderzucker nach Geschmack vermengen und über den abgekühlten Kuchen geben.

Die Möhren-Expertin sagt: »Lecker! :-)«

Mehr Welten und die neuen Kapitel

Damit hatte ich nicht mehr wirklich gerechnet: Dass tatsächlich noch einmal genug Stimmen für neue Kapitel zusammenkommen… Aber gut! ;-)

Jetzt, da nur noch vier Votings fehlen, wäre ich dann schon mal so weit!

Mehr Welten: Screenshot des noch nicht veröffentlichten Kapitel 20

Mehr Welten: Screenshot des noch nicht veröffentlichten Kapitel 20

 

Mehr Welten und die gute alte Postkarte

Zwei Wochen sind nun fast um, in denen ich als Mitglied der Fischpott-Redaktion unseren »Chef« vertreten habe. Als »Chefin vom Dienst (CvD)« gab es für mich eine ganze Menge zu tun. Meine Redaktionskollegen haben nämlich viel mehr Beiträge geliefert, als ich geahnt hätte. Umso mehr habe ich mich gefreut, für meine digitale Arbeit einen analogen Dank bekommen zu haben:

Mehr Welten und der analoge Dank

So eine Postkarte ist schon was Feines. Ich weiß, liebe Kids, für euch ist diese Art der Kommunikation ungefähr so sinnvoll wie ein Telefon, das man nicht mit sich herumtragen und über das man keine SMS verschicken kann. Und doch haftet einer Postkarte etwas so viel Realeres an als einer Textnachricht oder einem Facebook-Posting: Da hat einer von Hand (!) etwas geschrieben (und die Rückseite mit dem Bild auch noch verziert). Unzählige andere Hände haben diese Karte von Holland nach Deutschland transportiert (einige haben vielleicht auch mitgelesen). Und beim Öffnen meines Briefkastens hat sie mir ein Lächeln auf die Lippen gezaubert. Jetzt liegt sie neben mir auf dem Tisch und ich könnte auf die Idee kommen, ihr ein Plätzchen an meinem Kühlschrank zu gönnen. – Welche Textnachricht erhält schon so viel Aufmerksamkeit?!

Dankeschön, lieber »Chef«! Und ja, gerne doch bändige ich bei Bedarf wieder die Redaktionsmeute – hat Spaß gemacht! :-)

Mehr Welten und die Frühlingsgefühle

Wir verzeichnen den wärmsten März aller Zeiten, und ich schaue mir das Ganze nur von drinnen an? Kann ja nicht sein, also ab in den Park.

Frühlingsgefühle im Park 1Beim Nähertreten ans Wasser zeigte sich dann, wie sehr der Frühling selbst im kalendarischen Winter schon zuschlagen kann. Normalerweise sind die Entenvögel, die den Weiher beleben, an Menschen maximal dann interessiert, wenn die was zu essen dabei und sie selbst Kohldampf haben. Wie oft hatte ich schon versucht, mit einem von ihnen mal Blickkontakt aufzunehmen, und war gescheitert.

Frühlingsgefühle im Park 2Heute aber mal ganz anders. Während seine Kollegen die Damen der Wahl durch die Lüfte jagten, suchte dieses Prachtexemplar das Ufer ab. Neben mir eine andere Fotografin, die er auch nicht verachtete. Und doch beschlich mich das Gefühl: Da hat einer sein Auge auf mich geworfen…

Frühlingsgefühle im Park 3Ganz klar: Wäre ich eine Schwänin, er hätte echt eine Chance bei mir. Aber so? Naja, vielleicht hat’s ja mit der anderen Fotografin geklappt… So oder so bin ich sicher, dass er unter die Haube kommt.

 

Mehr Welten und das #Nerdstöckchen

Mehr Welten wurde mal wieder mit einem Blogstöckchen beworfen. Diesmal ist es ein Stöckchen für Nerds. Was sofort eine Reihe von Fragen aufwirft. Nehmen wir die wichtigste: »Hat sich das Stöckchen nur verirrt, oder bin ich tatsächlich zum Nerd mutiert?« Nein, verirrt hat es sich nicht, im Beitrag des Stöckchen-Initiators Fabian Mauruschat werde ich tatsächlich konkret erwähnt. Er hat mir sogar einen Namen gegeben: Literatur-Nerdette. Hm… »Was habe ich nur getan, dass mir so viel Ehre zuteil wird?«

Aber warum eigene Fragen stellen, wenn sie einem sowieso um die Ohren geworfen werden? Wie das bei Blogstöckchen so ist, gilt es, diese zu beantworten. Vielleicht helfen sie bei der Selbstfindung ja weiter…
So, here we go:

1. Siehst du dich selbst als Nerd?

Bislang eigentlich eher weniger… Kürzlich hat mich Herr Mauruschat als »alternativ normal« bezeichnet, das fand ich hübsch.

2. Was ist dein Nerd-Fachgebiet?

Abgesehen davon, dass ich ja bestenfalls nur ein Pseudo-Nerd bin… Früher hätte ich gesagt: Psycho-Horrorfilme (ich habe meine Magisterarbeit diesem Thema gewidmet). Heute eher Wissenschaftsthriller. Auf jeden Fall Tierwelten.

3. Was ist das nerdigste, was du jemals gemacht hast?

Sonnenfinsternis in Sambia 20012001 mit österreichischen Astronomen zur Sonnenfinsternis nach Sambia zu fliegen. Nach 17 Stunden Aufenthalt am Flughafen Lusaka ging es wieder zurück.

Oder: Mit einer Organ Utan-Dame im Kölner Zoo Geschenke auszutauschen. Das ging ungefähr so: Sie verpackte ein durchgekautes Blatt in Papier und warf es mir durch das Gitterdach hindurch zu. Ich packte es freudig aus, besorgte mir selbst ein Blatt und tat so, als würde ich es durchkauen, verpackte es in das Papier und warf es ihr zurück. Woraufhin sie es auspackte, sich freute, sich ein neues Blatt besorgte, es durchkaute…
Für mich hätte das Spiel ewig so weitergehen können. In der Phantasie spiele ich es noch heute.

4. Und das unnerdigste?

Alles andere. Vielleicht trifft das es am besten: beim Sommermärchen 2006 erstmals zu Public Viewings zu gehen UND auch noch bei einer WM-Tipp-Runde mitzumachen, bei der ich mittels maximaler Ahnungslosigkeit den zweiten Platz erreichen konnte.

5. „Nerd“ ist eigentlich eher ein Wort für männliche Nerds. Sollte es eine eigene Bezeichnung für weibliche Nerds geben (wenn ja, welche?) oder sollte „Nerd“ geschlechterübergreifend verwendet werden?

Nerdette klingt schon recht nett… Aber eigentlich verstehe ich Nerd geschlechterübergreifend. Wenngleich ich davon ausgehe, dass es sich auch hier mal wieder eher um eine Männerdomäne handelt. Siehe unten: Es fällt mir schwer, andere Nerdettes zu finden, denen ich das Stöckchen weiterreichen könnte!

6. Wie bist du zum Nerd geworden?

Wahrscheinlich erst durch meine Autorenschaft bei Fischpott. Bis dahin fand ich mich eigentlich recht unnerdig.

7. Ist Nerdtum eine Lebenseinstellung, eine Subkultur oder einfach nur eine Label, das niemand braucht?

Wie wäre es mit Label für eine Lebenseinstellung, das niemand braucht?

8. Nerd ist das neue Mainstream – was für Nerd-Aspekte werden niemals Mainstream werden?

Ich kann nur sagen, welcher Aspekt hoffentlich niemals Mainstream wird: Bei aller Begeisterung für die eigenen nerdigen Themen die Begeisterung für Alltagswelten zu verlieren!

9. Dein Lieblingsnerd in der Fiktion?

Ganz klar: Jack Reacher! Wäre er nicht so sexy, müsste ich ihn als zwangsgestörten, zahlenfetischistischen Pedanten bezeichnen. Schwere Konkurrenz bekommt er von Roland Deschain, dem Revolvermann aus Gilead auf der zwanghaften Suche nach dem Zentrum aller Welten. Und natürlich auch – oh, Captain, lass mich deine Counselor sein – Jean-Luc Picard.

 

Laut Maurutschatscher Definition ist das Nerdstöcken für alle da. Dennoch will auch ich es weiterreichen und somit direkt ein wenig streuen:

  • Thorsten Schiller, der sich jetzt wahrscheinlich schwer wundert. Aber einer, der Freude an PHP haben kann, ist automatisch qualifiziert: @schillermedien
  • Renate Hermanns, die wegen ihrer Begeisterung für responsive Webdesign direkt über Los gehen und das Nerdstöckchen einziehen darf: @renaade
  • Christian Spließ, der twittert nicht nur als Kugelsternhaufen im Sternbild des Schützen, sondern hat auch ein gleichnamiges Science Fiction Blog. Noch Fragen? @NGC6544
  • Herr Funk, seines Zeichens Physiklehrer, der mit seinen Schülern eine Science Show veranstaltet. @HerrFunk scheint kein Blog zu führen, dafür hat er einen gut besuchten Youtube-Kanal.
  • Tobias Schindegger, Sozialpädagoge und Autor von »Gnom, unser«, einem Fantasyroman, der einst als Blogroman erschien und sich inzwischen zum ebook und Taschenbuch gemausert hat. Handelt auch von Parallelwelten – passt! @nasentroll

Mehr Welten proudly presents:
Cosy »the Rock« Mummy

Cosy Mummy, Curling

Mit Cosy »the Rock« Mummy wäre dieses Missgeschick nicht passiert:
Letzter nach der Round Robin beim Olympia-Curling der Herren…

Was haben eine alte Häsin und der Curling-Sport gemeinsam? Nichts. Und doch denkt Cosy dieser Tage über eine Karriere im Wintersport nach. Weil sie bestenfalls Schneehasen, aber keinen Schnee mag, zieht es sie aufs Eis. Dabei ist meine Lebensbegleiterin definitiv unsportlich. Beruflich ist sie auch schon längst vergeben, hat sie kürzlich nämlich einen Knebelvertrag als Maskottchen unterschrieben. Trotzdem hat die Winterolympiade in Sochi ihre ohnehin überbordende Phantasie angeregt, und seither träumt sie von einer Karriere als Mitglied des deutschen Curling-Herrenteams. Sie glaubt tatsächlich, dass die sympathischen Amateure aus Hamburg die Goldmedaille hätten holen können, hätte sie mit ihren unzweifelhaften Reizen die Gegner nur immer ordentlich abgelenkt.

Ich bin gespannt, was sie als nächstes ausheckt. Seit die alte Häsin nicht nur einen Platz auf meinem Schreibtisch erobert, sondern neuerdings auch noch ihr eigenes Twitter-Account hat (früher begnügte sie sich mit einem zurückgezogenen Plätzchen auf dem Wäschekorb und wusste gar nicht, was Twitter überhaupt ist), kann ich es ihrem fordernden Blick ansehen: Das kann noch heiter werden!

Mehr Welten und die verlorene Socke, Teil 2

Unfassbar, aber wahr: Die verlorene Socke hat ihren Weg zurück nach Hause gefunden!

Mehr Welten und die verlorene Socke, Teil 2

Wir erinnern uns (Mehr Welten hatte darüber exclusiv berichtet): Durch die Schleuse in meiner Waschmaschine war sie in einer dieser vielen Parallelwelten gelandet und dort wochenlang verschwunden. Ihre Lebensgefährtin und ich hatten bereits die Hoffnung aufgegeben, sie jemals wiederzusehen. Aber jetzt ist sie wieder da – *freu*!

In der Zwischenzeit hatte sich im Rahmen einer Diskussion im Freundeskreis die These ergeben, dass diese boshaften Waschmaschinen-Schleusen Unterwäsche untereinander austauschen. So passiert es einer Freundin immer wieder, dass sie plötzlich im Besitz von Unterhosen ist, die sie sich auch im Zustand größter geistiger Umnachtung niemals selbst kaufen würde. Ob meine Socke zwischenzeitlich wohl auch in ihrem Kleiderschrank eingesperrt war?

Wir werden es wohl nie erfahren. Wie diese abenteuerlustigen Katzen, die jahrelang ihrem Zuhause fernbleiben und dann eines Tages mit abgekautem Ohr und Narben auf der Nase kleinlaut zu ihren Besitzern zurückkehren, weigert sich auch meine Socke zu berichten, wo sie ihre Abenteuer erlebt hat. Ein wenig ramponiert sieht sie ja schon aus… Und müffeln tut sie auch… Aber ich habe sie trotzdem an mein Herz gedrückt und werde sie nun nicht mehr aus den Augen lassen.

Ach, Söckchen, wat freu ick mir, dass du wieder da bist!

Mehr Welten und die Überbleibsel der Vergangenheit

Wenn man nur lange genug in Köln lebt, kommt es unweigerlich zu der Erkenntnis: Buddele ja kein Loch in den Boden, du könntest eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg oder eine altrömische Scherbe finden. In beiden Fällen kommt es zum sofortigen Verkehrschaos. Nun kommt es in Köln aber auch zum sofortigen Verkehrschaos, wenn es anfängt zu regnen. Allerdings führen weder Regen noch altrömische Scherben zur großflächigen Evakuierung der betroffenen Anwohner. Auch befinden sich Hilfs- und Rettungskräfte nicht in akuter Lebensgefahr. Wenn schon Verkehrschaos, so sind Regen und Scherben also definitiv zu bevorzugen.

Mich traf das Verkehrschaos, als ich mich gestern am frühen Abend auf den Weg zu einem Interviewtermin machen wollte. Ich hatte mich schon gewundert, warum in meiner Straße ein derartiges Verkehrsaufkommen herrschte (»Was wollen die alle hier, haben die kein Zuhause?«). Bis ich an der nächsten Straßenkreuzung mit der anliegenden Straßenbahnhaltestelle den Grund für das Chaos erfuhr. Kein Regen. Keine Scherben. Vielmehr eine von diesen alten Weltkriegsbomben, erklärte eine Polizistin den Passanten. Große Teile des Stadtteils Sülz seien bereits evakuiert, da sei kein Durchkommen. Auch nicht für die Bahn. »Aber wie komme ich in die Stadt?«, fragte ich. »Kann ich zu Fuß vorbei?« »Ja, klar«, antwortete sie zu meiner Überraschung und wies die Straße entlang, die kein Auto befahren und an der keine Bahn entlangfahren durfte. »Wenn Sie auf dieser Straßenseite bleiben, sind Sie außerhalb der Evakuierungszone.«

Unicenter Köln

von Gudrun Velten (Eigenes Werk) [GFDL oder CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

Weil auf der Hand lag, dass ich es nicht mehr pünktlich zu meinem Termin schaffen würde, rief ich alle Beteiligten an. Und erfuhr, dass sogar das Uni-Center – eines der größten Wohnhäuser Europas – evakuiert werden musste. Nun führte mich mein Weg, wenn auch auf der anderen Straßenseite, genau daran vorbei. Mein Blick auf das Hochhaus verriet mir, dass eine ganze Reihe von Bewohnern entweder ihr Licht angelassen hatten – oder bei der Evakuierung leider vergessen worden waren. Das erinnerte mich an eine Szene, die ich einst in der Südstadt erlebt hatte. Da durfte ich mein Haus nicht betreten. Alle seien evakuiert, hieß es. Also ging ich eine Runde durch das Viertel. Als ich eine halbe Stunde später zurückkam, war von Polizei und Rettungskräften nichts mehr zu sehen, und meine WG schaute mich mit großen Augen an: »Bombe? Evakuierung? Blödsinn, wir waren die ganze Zeit hier!«

Die Situation gestern Abend war in einer halben Stunde nicht erledigt. Erst viele Stunden später konnte die alte Bombe mit ihrem fiesen chemisch-mechanischen Langzeitzünder kontrolliert gesprengt werden. Da war ich längst wieder zu Hause nach einem mindestens genauso umständlichen Rückweg. Aber was sind schon meine kleinen Umstände im Vergleich zu den Sorgen und Nöten der schätzungsweise 5.000 Menschen, die ihr Zuhause verlassen mussten. Dass das mit den kontrollierten Sprengungen tatsächlich nicht immer kontrolliert ausgeht, mussten wir ja nun leider auch schon oft genug erfahren. Seien wir also froh, dass diesmal wieder alles glimpflich ausgegangen ist.

Mehr Welten und die Zeitreisen à la Stephen King

Mehr Welten liebt nicht nur Parallelwelten – ich liebe auch Zeitreisen. Die sind rein wissenschaftlich betrachtet noch nicht mal völlig ausgeschlossen, wie Stephen Hawking einst erklärte. Allerdings hat er auch das schlagende Argument geliefert, warum sie wahrscheinlich niemals stattfinden werden: Würde das irgendwann der Fall sein, wäre die Geschichte der Menschheit bereits jetzt voll von Legenden, die von seltsamen, irgendwie nicht so recht in Ort und Zeit passenden Besuchern aus der Zukunft erzählen…

Sei’s drum: Wenn also nicht im realen Leben, dann gebe ich mich der Begeisterung doch wenigstens in der Fiktion hin. So mal wieder geschehen in dem schlappe 1050 Seiten umfassenden Meisterwerk »Der Anschlag« von Stephen King. Reichlich spät, gebe ich zu, denn bereits 2011 hat er es geschrieben. Oder sollte ich besser sagen: 2011 hat er es endlich geschrieben? Darüber nachgedacht hat er jedenfalls schon 1972. In seinen Anmerkungen sagt Stephen King dazu, dass er es sich damals noch nicht getraut habe. Geht es in »Der Anschlag« nämlich um nichts Geringeres als das Kennedy-Attentat und die Frage, ob und wie man es als Zeitreisender verhindern könnte. Zu sehr drückte den Schriftsteller Anfang der Siebzigerjahre die Sorge, Amerika könnte dieses Trauma noch nicht überwunden haben.

John F. Kennedy, White House color photo portrait

By Cecil Stoughton, White House [Public domain], via Wikimedia Commons

Wenn man von einem Buch über das Kennedy-Attentat hört, liegt schnell die Vermutung nah, es könne sich hierbei um eine weitere Verschwörungstheorie handeln. Hierzu eine kleine Anmerkung:

Der 35. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika hieß John Fitzgerald „Jack“ Kennedy und wurde am 22.November 1963 mutmaßlich von einem Mann namens Lee Harvey Oswald in Dallas, Texas ermordet. Kennedy befand sich auf Wahlkampfreise durch Texas und war gerade in einem Autokorso in Dallas unterwegs. Lee Harvey Oswald soll den Präsidenten, der in einem offenen Wagen weitgehend ungeschützt neben seiner Frau Jacqueline „Jackie“ Lee Bouvier Kennedy Onassis saß, vom 5. Stock eines Schulbuchlagers aus mit einem Scharfschützengewehr erschossen haben. Hinterher habe Oswald gesagt, er sei nur ein »Sündenbock«. Ein Geständnis hat es nie gegeben: Zwei Tage später erschoss der Nachtclubbesitzer Jack Ruby vor laufenden Kameras seinerseits den mutmaßlichen Kennedy-Attentäter, wofür er zum Tode verurteilt wurde. Rubys Aussagen und seine Verbindungen zur Mafia, Streitigkeiten in Kennedys eigener Partei, die Kubakrise (die fast den Dritten Weltkrieg ausgelöst hätte), die offensichtlich unzulänglichen Sicherheitsvorkehrungen am Tag des Attentats sowie das Vorgehen bei den Ermittlungen befeuern bis heute die zahlreichen Verschwörungstheorien, die um die ganze Geschichte ranken.

Tatsächlich thematisiert Stephen King zwar die Frage, ob Lee Harvey Oswald nun Einzeltäter war oder nicht, er trägt aber nicht weiter dazu bei. Vielmehr gleicht »Das Attentat« einem Eintauchen in die Welt der 50er Jahre. Durch den »Kaninchenbau« landet die Hauptfigur, der Englischlehrer Jake Epping, im Jahr 1958. Und zwar konkret am 09. September, einem Dienstag. Wenn ihm dann als erstes immer der Gelbe-Karten-Mann begegnet, hält einen nur die Tatsache, dass aus dem erst der Grüne-, dann der Schwarze-Karten-Mann wird, davon ab zu glauben, es sei Murmeltiertag. Doch wie so oft täuschen die ersten Eindrücke: Weder gleicht hier jeder 09. September dem anderen, noch stellt sich hier mit jedem Wiedereintritt in die Welt des Einst tatsächlich alles auf null. Doch für die Erkenntnis, wie stark der Schmetterlingseffekt wirkt und wie machtvoll sich die Vergangenheit dagegen wehrt, geändert zu werden, braucht es schon die Lektüre des ganzen langen Weges mit all seinen Nebenrouten. Und das macht richtig Spaß!

Wer also mal ein wirklich tolles Zeitreise-Buch lesen möchte, dem sei »Der Anschlag« von Stephen King schwer ans Herz gelegt. – Und keine Angst: Mit diesem Werk hat sich der Meister des Schreckens den bösen Ruf eingefangen, dem Horror abgeschworen zu haben… ;-)